Kinderkurheim Sonnhalde 1958

Nach der Melodie "Wo die Nordseewellen rauschen ..."

"Wo die Welt mit Brettern zugenagelt ist,
und der Esser fast um jede Ecke flitzt -
Wo die Freizeit knapp ist und die Männer rar,
da war meine Heimat, für so manches Jahr ... "

 (Umdichtung einiger ehemaliger Betreuerinnen aus
 dem früheren Kinderkurheim Sonnhalde)

Ím Jahr 1958 kam ich - wie schon auf der Startseite erwähnt - während des Sommers für sechs Wochen zur Kur ins damalige Kinderkurheim Sonnhalde. Wir Kinder kamen aus verschiedenen Gebieten Deutschlands; mit mir ein Junge aus einem Nachbarort. Gemessen an den Freiheiten der "Kids" heute war es eine andere, manchmal nicht ganz gerechte und sicher auch viel strengere Zeit. Ohne Telefon, wohlgemerkt,  und an ein Handy dachte damals wohl niemand; es war allenfalls Sience Fiction.  Zudem kam eine solche Entfernung noch einer halben Weltreise gleich. Viele Begebenheiten könnte ich aus dieser Zeit erzählen, doch das gehört nicht unbedingt ins Internet.
Die Anreise erfolgte übrigens über die alte Eisenbahnstrecke am ehemaligen Bahnhof Grünwald, die schon Jahrzehnte still gelegt ist. Auch die Gleise gibt es nicht mehr. Fast parallel zu dieser historischen Strecke verläuft jetzt der im Mai 2003 eröffnete "Bähnle-Radweg" zwischen Lenzkirch und (fast) Bonndorf.

Nun waren damals die Klassenlehrer/innen nicht unbedingt davon angetan, dass Kinder aus unserer ohnehin auch waldreichen Region (70 Prozent meiner Heimat sind von Fichten- und Mischwald bedeckt) zur Kur geschickt wurden. In Anbetracht dessen sei dies doch gar nicht erforderlich, meinten sie. Zudem fanden die Kuraufenthalte nicht deckungsgleich mit den Ferien statt, so dass daher auch der Schulunterricht der betreffenden Kinder für einige Wochen ausfiel und in einigen Fällen der Stoff nachgeholt werden musste. So einfach war das damals eben nicht.
 
Ich frage mich, ob meine damalige Betreuerin (siehe Foto unten) wohl noch lebt. Nach den Informationen, die ich bis jetzt erhalten konnte, könnte sie aus dem Norddeutschen gestammt haben. Nachfragen bei der Gemeindeverwaltung Lenzkirch führten zu keinem Erfolg. Fest steht generell, dass Ingrid Zybert (so wie deren Nachname bei mir in Erinnerung geblieben ist) keine Einwohnerin von Kappel war.
Was einfach fehlt sind genügend Indizien, denen damals alle Beteiligten eben keine Beachtung schenkten und sie auch nicht aufbewahrten. Wozu auch; denn wer dachte schon daran, dass man dorthin jemals noch einmal im Leben reisen würde? Computer und EDV, womit man schon lange solche Daten speichert, waren fernab jeglichen Vorstellungsvermögens. Es gab nach dem Kuraufenthalt einen kurzen Schriftwechsel zwischen meinen Eltern und Ingrid Z. - doch diese Postkarte existiert nicht mehr, weil sie wahrscheinlich nicht aufbewahrt wurde. Denn darauf stand in der Unterschrift der korrekte damalige Nachname. 

Erkundigt habe ich mich nach 1990 auch bei Frau Heyda Esser-Arpwiese, der zweiten Gattin des 1987 verstorbenen und auf dem Kappeler Friedhof begrabenen früheren Heimleiters Hanns Esser (Anmerkung: Dessen Vorname schreibt sich laut Grabstein-Inschrift mit Doppel-S). Ein sehr freundlicher Empfang, der mit einer Besichtigung des Heimes verbunden wurde.  Zu der Betreuerin Ingrid Z. und deren möglichen Verbleib konnte mir Frau E.- Arpwiese keine Angaben machen - was durchaus verständlich ist. Ich kann mir jedoch mit dem heutigen Wissensstand nicht vorstellen, dass nirgendwo mehr Aufzeichnungen über das damalige Heimpersonal existieren sollen. Selbst der Suchdienst des DRK in München konnte mir nicht weiterhelfen. Allen erwähnten Personen und Institutionen spreche ich dennoch meinen herzlichen Dank aus.

Allerdings gibt es eine einzige Person, der diese Betreuerin Ingrid Z. bestimmt über mal über den Weg gelaufen sein muss: Die noch lebende (nicht mehr in Kappel ansässige) erste Ehefrau von Hanns Esser. Sie wurde auch durch ihre Tochter (somit auch diejenige von Hanns Esser) befragt und ihr die Aufnahmen vorgelegt. Zwar komme ihr das Gesicht bekannt vor, hieß es, doch mehr Angaben konnte selbst sie nicht mehr machen, wofür ich natürlich volles Verständnis habe. Ingrid Z. - wenn sie noch lebt - dürfte dann definitiv zu ihrer Altersklasse zählen.

Was sich lediglich daraus schließen lässt ist, dass es in dem damaligen Kinderheim einen häufigen personellen Wechsel mit meist auswärtigen Kräften gegeben haben muss. Es kann schon gut sein, dass solches Personal daher von den Behörden nicht erfasst wurde, und wahrscheinlich hatte es dort dann auch keine Art  "zweiten Wohnsitz".

Vielleicht gibt es ja noch jemanden aus der älteren Bevölkerung von Kappel, der diese Betreuerin (oder Kinderpflegerin) gekannt hat. Dem Foto nach zu schätzen war Ingrid Z. 1958 mutmaßlich zwischen 22 bis 30 Jahre alt. Zudem war die allgemeine Kleidung etwas "steifer" wie heutzutage. Sicherlich gäbe es noch weiter reichende Suchmethoden, doch wären diese Mittel in keiner Weise mehr verhältnismäßig, kostenintensiv und auch nicht gerechtfertigt. Ich bitte darum die jüngere Generation, diese Seiten eventuell mal älteren Personen zu zeigen, die keinen Zugang oder keinen Bezug zum Medium Internet haben.

Allerdings haben sich Anfang 2005 einige neuere Informationen ergeben. Bedingt dadurch, dass diese Homepage durch die bekannte Internet-Suchmaschine Google auf den vordersten Plätzen erscheint, wird sie von immer mehr Menschen gefunden. Ich möchte jedoch bewusst auf die Nennung dieser Namen verzichten, um gewisse Personen nicht zu belasten. Fakt ist jedoch, dass offenbar auch andere Menschen  sich mit der Vergangenheit des ehemaligen Kinderheimes Sonnhalde beschäftigen. Für etliche von ihnen zählen die früheren Zeiten dort nicht unbedingt zu den angenehmsten Erinnerungen.
Ferner sollte man dies aber auch nicht zu sehr überbewerten; waren doch generell alle Gegebenheiten, Bestimmungen, Vorschriften usw. damals eben anders. Was vor 40 bis 50 Jahren noch üblich war, hat heute schon lange an Bestand verloren.

Ingrid Z. übrigens meine frühere Betreuerin, soll vom Timmendorfer Strand (Ostsee) gestammt haben und die Tochter eines Zahnarzt-Ehepaars gewesen sein. Ihr wirklicher Geburtsname könnte Zachert oder - eher möglich - Zieske (??) gelautet haben. Beide Nachnamen weist auch die bekannte Telefon-CD "KlickTel" für die Ortschaft Timmendorfer Stand aus. Diese Software ist übrigens ein völlig legales Mittel und allgemein zugänglich.

Eine weitere Information lautete zunächst, dass die Betreuerin Ingrid Z. - noch um 1980 - eine Wohnung in einem Haus in der Kappeler Straße "Am Brühl" gehabt haben und um 50 Jahre alt gewesen sein soll. Allerdings gibt es eine andere Aussage, dass sie 1963 schon nicht mehr in Kinderheim gearbeitet habe. Vom Alter allerdings passt es. Ich war 1958 10 Jahre alt; Ingrid Z. wäre demnach damals etwa 27 Jahre alt gewesen - was sich aus dem Foto hier durchaus auch so schätzen ließe.
Wie sich in Gesprächen mit Anliegern aus der Grünwälder Straße jedoch heraus stellte, hat bis zur Schließung des Kinderheimes in den 80-ziger Jahren eine Betreuerin bzw. Köchin namens Ingrid Klettner aus der "Sonnhalde" bei einer Familie in dieser Straße gewohnt. Sie wird als schlank und zierlich beschrieben und ist heute um 57 Jahre alt, also drei Jahre jünger als ich. Von daher kann es sich also in keiner Weise um die von mir gesuchte Ingrid handeln. Frau Klettner lebt heute in Freiburg und ist bei einem Pfarrer als Köchín tätig. Laut Telefon-Verzeichnis existiert in Freiburg zudem noch eine weitere Ingrid mit dem Nachnamen "Siegert". Allerdings muss hier kein Zusammenhang bestehen.

Auch die gegenwärtige Ortsvorsteherin Christa Winterhalder konnte im Kappeler Dorfarchiv nichts über das Kinderheim aus der Zeit des damaligen Heimleiters Hanns Esser ausfindig machen.  Ich nehme jedoch weiterhin zwanglos Informationen entgegen. Wer irgendwo in der Welt diese Zeilen liest, etwas über das frühere Kinderheim weiß und es loswerden will, wird sich schon von selbst melden.

Ich habe nun im Laufe des Sommers 2007 und schon vorher etliche Zuschriften von ehemaligen "Heimkindern" erhalten, welche die früheren Zustände in der "Sonnhalde" (leider) alles andere als positiv bezeichnen. Über alles das, was ich in Erfahrung bringen konnte, werde ich im Laufe der Zeit eine eigene Seite einrichten. Ich bin übrigens nicht der einzige, der in der Vergangenheit dieses Heimes recherchiert!  Allerdings möchte ich an dieser Stelle eine freundliche Ermahnung aussprechen:
Es wäre in keiner Weise gerechtfertigt, wegen dieser Dinge heute an die derzeitige Heimleitung heranzutreten, für die sie höchstwahrscheinlich überhaupt nichts kann oder von denen gar nichts weiß.  Das frühere Kinderheim wurde von Hanss Esser verwaltet, nicht jedoch dessen Ehefrauen oder Töchtern! Die "Sonnhalde" ist heute ein beliebtes und gut geführtes Schullandheim, was sich auch aus einzelnen Referenzen ergibt.
 

   Zuschriften: KONTAKT-FORMULAR

Das Kinderkurheim "Sonnhalde" im Jahr 1955 - also drei Jahre vor meiner "Einlieferung". Wie mir Jahrzehnte später per E-Mail zugetragen wurde, nannten einige Betreuerinnen damls dieses heim schlicht und einfach "Sauhalde ...."

Ich bin der Junge vorne ganz links. Betreuerin Ingrid Z sitzt hinten - 3. von rechts. Der dritte Junge von links vorne stammte aus einem Nachbarort meiner Heimat. - Das Foto wurde im  Juli 1958 im mittleren Teil des schönen Waldweges zwischen Kappel und Lenzkirch aufgenommen (Wald ist derzeit abgeholzt).
Noch was: Inzwischen hat sich jemand gemeldet, der damals mit mir im Heim war! Es ist der 2. Junge (mit den Kniestrümpfen) von links neben der Betreuerin Ingrid.

Letzte Information: Stammte Ingrid Z. evtl. vom Timmendorfer Strand an der Ostsee? Es ist nicht ausgeschlossen, dass ihr Mädchenname "Ziske" lautete oder noch lautet.


Das hier war die damalige Mädchengruppe im Kinderkurheim Sonnhalde
(Sommer 1958)


Diese alte Postkarte zeigt das damalige "Kinderkurheim" Sonnhalde im Jahr 1960. Sie
 wurde über das Internet gefunden und von einem Mädchen nach ihren damals in Münster
lebenden Eltern geschrieben. Auf der Karte äußerte sich das Mädchen, dass sie gewogen
worden und ihr der "Milchzuschuss" gestrichen worden sei. Das war 2 Jahre nach mir ...


Diese Postkarte zeigt die "Sonnhalde" im Jahr 1960 von hinten. Links sind noch über-
grünte Erdaushub-Haufen zu erkennen; der Neubau lag vermutlich (1955?) noch nicht all-
zulange zurück. Heute ist das Gebäude nach Westen angebaut und erweitert worden;
zudem sind links seitlich des heutigen Schullandheim (entlang der Talstraße) zahlreiche
 neue  Häuser entstanden, so dass es heutzutage nicht mehr so abgelegen erscheint.