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Was macht Lenzkirch-Kappel eigentlich so reizvoll?
Es gibt
sicherlich noch kleinere und einsamere Orte in Deutschland. In Kappel jedoch
herrscht aufgrund seiner Südhanglage eine besondere Harmonie, die - wie in der Fotografie auch - den
berühmten "Goldenen Schnitt" bildet und daraus eine Art anheimelnde
Atmosphäre erzeugt. Und aufgrund dieser Südhanglage scheint in Kappel die
Sonne am längsten, wie mir auch der Lenzkircher Journalist Manfred G.
Haderer versicherte. Es gibt Menschen, die schon über 50 mal dort waren und fast
hier schon einen "zweiten Wohnsitz" haben. Wie kommt man nach Lenzkirch-Kappel?
In der
Regel benutzt man die A 5 bis zur Abfahrt Freiburg-Mitte (verzweigt, auf
richtiges Einordnen achten). Wer von
Freiburg aus durch das wildromantische Höllental nach Kappel fährt, musste
sich früher auf einige Verkehrsstaus in Freiburg gefasst machen. Für die
sechs Kilometer zur Durchquerung Freiburgs (etwa bis Abzweigung nach St.
Peter) war man nicht selten eine Stunde unterwegs. Doch das ist
weitgehend vorbei: Nur noch zwei Kreuzungen gilt es zu überqueren; dann
gelangt man in das weitläufige neue Tunnelsystem und erreicht im
Handumdrehen die Eingangspforte zum Höllental. Man kommt hier übrigens an
dem berühmten "Hirschsprung" vorbei; der Kiosk, den es hier früher gab, ist
allerdings schon lange geschlossen. Die B31
ist auf dieser Etappe teilweise zweispurig ausgebaut. Vorsicht ist allerdings geboten bei den sehr
engen und steilen Straßenkehren (teilweise Beschränkung auf 10 km/h), die
hinter dieser Ausbaustrecke beginnen. Es sei
jedoch nicht verschwiegen, dass die B31 für viele Menschen, die dort leben,
aufgrund derer starker Frequentierung ein Alptraum ist. Entsprechende,
handgefertigte Tafeln sind hier und da am Straßenrand aufgestellt, worauf
oft massiv nach einer Umgehungstrasse gefordert wird. Bitte unterstützen Sie
diese Leute wenigstens ideell, indem Sie nicht zu sehr auf' s Gaspedal
treten!
Kappel mit seinen rund 800 Einwohnern befindet sich in einer Höhe von rund 900 Metern auf einer weitläufig nach Süden geneigten Geländestufe. Man sieht schon von der Dorfstraße herab auf endlos scheinende geschlossene Nadelwälder, obwohl sich dahinter quasi die Gemarkung Lenzkirch und noch weiter das Gebiet des Schluchsees anschließen. Hinzu kommt noch, dass es in der Ortschaft, in der es bis auf eine Bäckerei, einen Musikladen und kleine Handwerksbetriebe weder Industrie noch Tankstellen und Supermärkte gibt und es selbst mitten an Werktagen weitgehend ruhig zu geht. Selbst von LKW 's wird Kappel wenig durchfahren. Interessant ist, dass es in Kappel sogar ein Pflegeheim für psychisch behinderte Mitmenschen gibt (Haus Dorothee), wovon man allerdings kaum etwas merkt. Die malerisch am gesamten Berghang verteilt liegenden Häuser und Gehöfte mit ihren satten grünen Wiesenmatten bilden einen wirkungsvollen Kontrast, in dem einfach alles zu stimmen scheint.
Architektonische Fehlgriffe gibt es (von Ausnahmen abgesehen) in Kappel kaum und auch kein
ungeschickt angelegtes Wege- und Straßennetz; hier passt einfach alles
zusammen. Natürlich: Ich betrachte nun Kappel keineswegs nur durch die berühmte
"rosarote Brille"; die einheimische Bevölkerung hat sicher auch
ihre Sorgen und Nöte. Auch in Kappel ist nicht alles Gold, was glänzt, aber das
wird wohl überall so sein. Egal was nun ist:
Und eine echte "Bauernkneipe"
findet man in Kappel auch: Ursprünglich gemütlich, mit kleinen, preiswerten
Gerichten und einem "Kappeler Stammtisch", an dem man auch schon mal
eingeladen wird. Die nämlich ist das Gasthaus "Blume", dessen Konzept und
Struktur lobende Worte im Rahmen der Kür Kappels zu mit "einem der
schönsten Orte des Schwarzwaldes" fand. Wer freilich das große "Remmidemmi" sucht, für den ist Kappel wohl kaum der richtige Aufenthaltsort. Bei Dorffesten, Umzügen und dergl. geht es aber auch dort "voll zur Sache". Und: Sowohl Lenzkirch als auch Neustadt verfügen jeweils über Diskotheken und größere Gaststätten. Für den, der es gerne landschaftlich abwechslungsreich mag, ist Kappel freilich ideal. Auf einer nach Süden geneigten Geländestufe liegt das Dorf auf rund 900 Meter Höhe ü. d. M. Und überhaupt: Lenzkirch mit seinen Gemeindeorten Kappel, Saig, Raitenbuch und Grünwald hat eine günstige Ausgangslage für Trips in die weitläufige Umgebung. Die Schweiz liegt quasi vor der Haustür; trainierte Radfahrer fahren von hier innerhalb eines Tages in das 52 km entfernt liegende Schaffhausen mit seinem berühmten Rheinfall und von dort wieder zurück. Auch Bergtouren ins Allgäu oder Berner Oberland wären bei frühem Aufbruch durchaus an nur einem Wochenende zu machen. Und ein Abstecher zum Bodensee - z. B. zur Messe nach Friedrichshafen - lässt sich wirklich locker an nur einem Nachmittag schaffen. Dass man auch rasch Freiburg - die Metropole des Breisgau - erreicht, braucht man wohl nicht zu erwähnen. |